Rucksack Reparatur-Set für Trekkingtouren

 

 

Feld Reparatur Set für Trekkingtouren 

  • Auf meinen Trekking-Touren habe ich immer ein Notfall Set dabei, um meine und die Ausrüstung meiner Gäste reparieren zu können.
    In den über 35 Jahren in denen ich Trekkingtouren unternehmen sind logischerweise schon eine große Anzahl an Reparaturen angefallen.
    Bis heute musste ich deswegen noch keine Tour komplett absagen.
    Einmal ist mir im Winter im Hohen Atlas in einem Schneesturm das Zeltgestänge gebrochen und hat das Fly aufgeschlitzt. Dabei hatte ich keine Reparaturhülse  (dumm) und habe einen Zeltpin eingeschoben und das Fly mit Klebeband getapt. Das war natürlich super notdürftig und so bin ich im Sturm ins nächste Dorf abgestiegen und fand zu Glück ein Stück Rohr mit dem ich das Gestänge reparieren könnte. In der Schlosserei habe ich mir dann gleich noch ein paar solidere Zeltnadeln gebastelt und konnte weiterziehen. Bei allen anderen Unternehmungen ging es ohne Unterbrechung weiter.
    Mit den Jahren hat sich mein Set natürlich immer wieder verändert und ich passe es den Touren entsprechend natürlich an.
    Gerade laufen wir auf dem Pacific Crest Trail und haben ein Trekkingstock Zelt von Durston dabei. Hier brauchen wir natürlich keine Reparatur.
    Das Set habe ich auf ein Minimum reduziert, da die Strecke extrem lang ist und wir jeden Tag sehr viel laufen müssen. Da zählt jedes Gramm.
    So besteht die Grundausstattung aus folgenden Teilen:
    • Kabelbinder
    • Draht
    • Tape aus dem Hausbau
    • Nähnadel dünn
    • Nähnadel Leder
    • Dünnes Garn um Kleidung zu nähen
    • Grobes verrotungssresistentes Garn zum nähen der Ausrüstung
    • Feste Schnur

Weitere sinnvolle Ersatzteile sind:

• Ersatzschnalle für Hüftgurt
• Zeltschnüre

Nahtdichter

Werkzeug 

Als Werkzeug haben wir nur das Multitool Dime von Gerber dabei. Es ist extrem klein und wiegt unter 50 Gramm nachdem ich alles unnötiges wie z.B. den Paketöffner und Flaschenöffner entfernt habe.

Messer auf Tour

Auf ein Messer haben wir verzichtet. Messer werden in ihrer Wichtigkeit völlig überschätzt. Die häufigste Verwendung von Messern auf Tour ist beim Kochen, jagen und angeln. Alles das machen die meisten Hiker nicht mehr. Mittlerweile haben fast alle Fertiggerichte dabei. Wir kochen zwar noch, aber um Käse, Wurst und evtl. Gemüse zu schneiden reicht die kleine Klinge völlig. Das für viele ein gutes Messer auf der Tour wichtig ist halte ich deshalb für ein archaisches Relikt und dient wohl eher der psychologischen Unterstützung. Auf unserer Tour übernehmen diese Aufgabe gerade Skittles.

 

In unseren Ausbildungen gehen wir noch mehr auf die Reparatur von Ausrüstung, die Varianten des Sets und weiterer Ausrüstung ein.

Auf Trekkingtouren insbesondere auf Touren die „Querfeldein“ gehen leidet die Ausrüstung sehr. Sehr oft kommen Schäden wie:

  • Zerrissene Kleidung wie Regenbekleidung, Daunenjacken, Schlafsäcke und Rucksäcke;
  • Gerissene Zelte
  • Gebrochene Trekkingstöcke
  • Gebrochene Zeltstangen;
  • Gesprungene Sonnenbrille;
  • Undichte Wasserflaschen;
  • Leere Stirnlampen;
  • Ausweichen von Luft derIsomatten;
  • Ausgefranstes Mesh im Schuhoberteil;
  • Ablösung der Gummi-Außensohlen und Zehenschutzkappen bei Trekkingschuhen
  • Durchgebrannte Dichtungen in Brennstoffpumpen für Öfen; Und,
  • Verstopfte Brennstoffleitungen bei Benzin Campingöfen
  • Kaputte Reißverschlüße
  • Gerissene Tragegurte
  • Gebrochene Schnallen und Clipverschlüsse

Auf Gaffa verzichte ich mittlerweile völlig. Der Spruch „Ductape save the world“ hat ausgedient. Gaffa ist zwar sehr stabil, reißt aber schnell und der Kleber ist schlecht.

Ich hole mir immer von einem befreundeten Zimmermann ein paar Meter Klebeband von Sica oder ähnlichen Firmen. Das Klebeband wird benutzt um die Dampfsperre im Haus abzudichten und ist der Wahnsinn. Über Risse im Zelt lächel ich nur noch. Der Kleber hält.

Regenjacken,  Daunenjacken, Handschuhe Isomatten, alles kein Problem. Gerade haben wir Silja eine gute gebrauchte Daunenjacken für 40$ gekauft. Riß im Ärmel null Problem.

Mein Hund Pita hat mal versucht durch das Zelt einem Vogel hinterherzuspringen, dass ist jetzt drei Jahre her und mein Zelt ist immer noch dicht und reißfest durch das Klebeband.

Draht benutze ich hauptsächlich um abgefallene Sohlen wieder am Schuh zu fixieren. Das passiert, wenn Schuhe lange nicht getragen werden und ist das Ende der Schuhe. Entweder die Sohle mit dem Draht umwickeln und mit Klebeband fixieren oder besser Löcher durch Sohle und Schuh bohren und mit Draht zusammenbindern. Der Schuh ist eh fertig und es geht darum die Reise weiter zu führen.

Die Ledernadeln bräuchte ich bisher hauptsächlich um abgerissene Gurte wieder am Rucksack zu nähen oder um einen improvisierten Verschluss am Hüftgurt zu erstellen, wenn die Schnallen gebrochen waren.

Gerade reißt leider der Hunderucksack anfallen Enden und Ecken und das stabile Garn geht langsam dem Ende zu.