Der Gaslöwen Abenteuerwald“ an der Erich-Kästner-Jugendherberge.

Von Volker Pott (dipl.Biol.), Trainer in Festanstellung bei Outside e.V.

Dieses Programm wird seid 2008 an der Erich-Kästner-Jugendherberge in Forbach angeboten. Die Graslöwen-Klassenfahrten werden in Kooperation mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) konzipiert und richten sich an Grundschulklassen.

Ziel dieser Veranstaltung ist es, den Schülern die Möglichkeit zu geben, sich einen fundierten Einblick in den Lebensraum Schwarzwald zu erarbeiten. Einen besonderen Wert legen wir bei diesem Programm auf die selbstständige und gruppenorientierte Erarbeitung dieses Wissens. Ein weiterer Baustein dieses Programmes ist es soziale Kompetenzen zu stärken und die Teamfähigkeit der Kinder zu steigern.

Zu Beginn der Veranstaltung werden Spiele durchgeführt in denen die Tierwelt des Schwarzwaldes thematisiert wird. Da das Wissen über unsere Tierwelt bei den Teilnehmern oft erschreckend gering ist, erfüllt es uns Teamer immer wieder mit Stolz zu sehen, mit wie viel Spaß und Engagement dieses Thema aufgenommen wird. Darauf folgend unternehmen wir eine ca. 1-stündige Waldführung, in denen neben der Höhenbestimmung von Bäumen mit einfachsten Mitteln (Transfer von Mathematik in den Alltag), die vier Ökosysteme Waldboden, Lebensraum Wiese, Lebensraum Bäume und Lebensraum Fließgewässer exemplarisch beprobt und erklärt werden. Das Wissen über diese vier Ökosysteme ist Grundlage für das Nachmittagsprogramm, bei dem die Schüler in Kleingruppenarbeit diese Lebensräume selbstständig untersuchen sollen.

Nach Beendigung der Waldführung und als Vorbereitung auf die später folgende Gruppenarbeit, steigen wir direkt in den Programmpunkt Teamtraining ein. Das Team von Outside e.V. hat hierfür eine Reihe von Übungen vorbereitet, welche soziale Kompetenzen stärken und Strategien für die Arbeit in Gruppen aufzeigen. Dieses „Training“ ist ein wichtiger Vorbereitungsschritt für das „Forschercamp“ nach der Mittagspause.

Das „Forschercamp“ ist so Organisiert, dass die betreffende Klasse in vier Gruppen geteilt wird, welche die o.g. Lebensräume selbstständig erforschen. Als Hilfsmittel stehen hierbei Insektenboxen, diverse Kescher, Spaten, Auffangschirme, Becherlupen, Sammelgefäße, Binokulare und Bestimmungshilfen/-literatur zur Verfügung.

Mit diesem Equipment ausgestattet begeben sich unsere Jungforscher auf Entdeckungsreise, um Material für die genauere Untersuchung an den Binokularen zu sammeln. Die Trainer, darunter ein Biologe von Outside e.V., sowie die Lehrer geben den Kindern hierbei Hilfestellung. Jedoch wird darauf geachtet, dass die Kinder sich bei ihrer Arbeit ungestört fühlen. Durch selbstständiges, spielerisches „Herumschnüffeln“ soll das eigene Interesse in einer zwanglosen Atmosphäre gefördert werden. Diese Strategie hat sich im Laufe der Zeit als sehr gut herausgestellt. Viele Kinder, welche anfangs wenig Interesse an dieser Arbeit haben, oder gar Berührungsängste mit den Dingen in der Natur haben, verlieren während der Aktion ihre Ängste und zeigen ein ausgeprägtes Interesse für ihre Arbeit. Das liegt zum einen daran, dass sie sich von den Betreuern relativ unbeaobachtet fühlen, zum anderen daran, dass diese Projektarbeit durch das vorhergehende Teamtraining vorbereitet wurde.

Das gesammelte Material wird folgend von den Kindern ausgewertet und in kleine Heftlein gezeichnet. Diese Heftlein können später in der Schule weiter gestaltet werden.

Bei der Nachbesprechung in der Jugendherberge wird der Tag reflektiert und die Schüler überlegen sich gemeinsam Verhaltensregeln, wie man den „Lebensraum Wald“ schützen kann.